Mit dem Fahrrad zur Universität Oldenburg
Foto: Universität Oldenburg

Mitmachen: Radfahren für bessere Infrastruktur in Oldenburg

TLDR:

Das im Juni gestartete Projekt ECOSense entwickelt eine Messtechnik speziell für den Fahrradverkehr, die direkt am Fahrrad angebracht wird. Dafür ist das Projektteam auf der Suche nach interessierten Bürger_innen, die am Projekt mitwirken möchten. Die neu generierten Infrastruktur- und Umweltdaten werden mit weiteren relevanten Informationen verknüpft und für eine Optimierung des Radverkehrs ausgewertet.

Lesedauer: 3 min Kategorie: Partizipation Datum: 2. Oktober 2019

Ich gehöre zu den rund 78 Prozent der Bürger_innen in Oldenburg, die laut Fahrrad-Monitor regelmäßig ihr Fahrrad benutzen. Sie auch? Dann können Sie helfen, die Radwege  in unserer Region zu optimieren, indem Sie das im Juni gestartete Projekt ECOSense unterstützen und viel mit dem Rad fahren!

Bisher vorliegende Daten zum Radverkehr basieren überwiegend auf Smartphone generierten Informationen mit dem Schwerpunkt auf  Freizeitverkehr. Über die Fahrradnutzung im Alltag ist wenig bekannt. Ziel des Projektes ist es deshalb, Echtzeitdaten über die alltägliche Radnutzung, Beschaffenheit der Strecken und Umgebungsbedingungen zu gewinnen und dadurch die Fahrradinfrastruktur der Stadt zu verbessern. Hierfür entwickelt das Projektteam eine Sensorplattform, die verschiedene Parameter (Position, Geschwindigkeit, Erschütterung, Umwelt) zur Fahrradnutzung erhebt und direkt am Fahrrad angebracht werden kann.

In dem Verbundprojekt ist das Oldenburger Unternehmen CoSynth GmbH & Co. KG für die Entwicklung der geeigneten Messtechnik verantwortlich. Die Abteilung Very Large Business Applications der Universität Oldenburg übernimmt die Datenauswertung und mein-dienstrad.de (baron mobility service GmbH) kümmert sich um das Projektmanagement. Das Projekt ECOSense wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen der Förderlinie Modernitätsfonds („mFUND“) gefördert.

Projektgruppe EcoSens
Foto: Universität Oldenburg

Wissenschaftler_innen wollen Bedürfnisse und Hürden der Radfahrer_innen besser verstehen

Durch die Analyse der Daten sollen beispielsweise Erkenntnisse zum Fahrverhalten der Radfahrer_innen sowie zur Qualität der Radwege gewonnen werden. Auch wird es möglich sein, viel befahrene Routen und mögliche Umwelteinflüsse sichtbar zu machen. Der Einsatz der Messtechnik versetzt die Wissenschaftler_innen sowie Entscheidungsträger_innen aus Kommunal- und Stadtplanung in die Lage, Bedürfnisse der Radfahrer_innen besser als bislang zu verstehen und die Fahrradinfrastruktur dementsprechend anzupassen.

Bei der Entwicklung der Messtechnik orientierte sich das Projektteam an den Eigenschaften und Bedürfnissen zuvor definierter Persona (Modelle, die Menschen definierter Zielgruppen in ihren Merkmalen charakterisieren). Wichtig ist demnach, dass die Sensorik neben Bewegungs- und Beschleunigungsdaten, relevante Umweltdaten wie Temperatur und Luftdruck aus der Umgebung der Radfahrer_innen erfassen kann. So können beispielsweise Rückschlüsse zum Einfluss des Wetters auf das Fahrverhalten der Radfahrer_innen (Schnelligkeit, genutzte Strecken, Bremsverhalten) gezogen werden. Auch Durchschnittsgeschwindigkeiten auf unterschiedlichen Strecken werden betrachtet (zum Beispiel können sich auf Radwegen gefahrene Geschwindigkeiten von denen auf Fahrradstraßen unterscheiden). Zudem soll die Sensorik nach dem Testbetrieb weiterentwickelt und auch im Rahmen von fahrradfreundlichen Firmen und in anderen Städten zur Anwendung gebracht werden.

Fahrräder in Oldenburg
Foto: Universität Oldenburg

Probanden für Testbetrieb gesucht

Um die entwickelte Messtechnik erstmals auf ihre Tauglichkeit zu prüfen, werden in Oldenburg 400 Bürger_innen gesucht, die regelmäßig mit dem Rad unterwegs sind. Aufgeteilt in zwei Gruppen von Proband_innen sollen jeweils 200 Radfahrer_innen gleichzeitig in den Monaten November/ Dezember und Februar/ März wichtige Informationen liefern. Diese werden in den Sensoren verschlüsselt auf SD-Karten gespeichert und danach bei der Universität pseudonymisiert und auf uniinternen Servern gespeichert. Anschließend werden die Daten in ihrer Gesamtheit ausgewertet, sodass keine Rückschlüsse auf das Verhalten einzelner Nutzer_innen möglich sind. Die Privatsphäre und der Datenschutz sind damit für alle Teilnehmer_innen gewährleistet. Wer Lust bekommen hat, dieses schöne Projekt zu unterstützen, kann sich auf der Projekthomepage als Proband_in registrieren!

Für all diejenigen, die entweder nicht als Proband_in am Projekt teilnehmen oder zusätzlich neben der objektiven Sensorenauswertung persönliche Rückmeldungen zum Radfahren in Oldenburg beitragen möchten, steht das BürgerLabor der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg! offen. Auf der interaktiven „Wissenschaftsplattform“ haben alle Interessierten in Kürze unter anderem die Möglichkeit Gefahrenstellen auf ihren täglichen Radrouten zu melden oder ihre Wünsche für den Oldenburger Radverkehr los zu werden. Hier geht es zum BürgerLabor: https://buergerlabor.ihjo.de/

Selbstverständlich halten wir Sie auch weiterhin über die Ergebnisse des Projektes hier auf unserem Blog auf dem Laufenden.

Ihre Janneke Mertens-Fabian

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